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Tag: büttiker

diese augenblicke.




-herzland- windmühle. hie und da diese augenblicke, die sich aus dem ungewissen in die welt manövrierten, - ich hatte dir flügel zugedacht, – eine fotografie mit landschaft, ohne titel; ich war über die strasse gegangen, stehen geblieben, dort am rand, neben dem mohn, dem gras. sitzen hier die stunden, als verlorene reisende einer zeit, die nicht existierte, nicht wirklich in diesem land? fragte ich, sie, die schon vorbeigegangen.


marianne büttiker



 

m. 28.08.2010, 10.05 | (4/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

ein versuch.




durchsicht. ein transparenter morgendlicher blick über die wiese, auf der die ersten primel ihre blüten durch das dumpfe gras gestossen und der sonne hin geöffnet haben. buntes aus dem erdreich, aus der dunkelheit dort, wo wir nicht hinsehen. die jahreszeit dämmert und die zeit, in der augen geöffnet werden, für das, was wächst. zeit- gewächs die tage und stunden, in denen die dinge vergehen, solange das licht wandert. belichtung der einzelheiten. die dinge, im schatten der vorstellungen ihrer vielfältigkeit beraubt. das unendliche erklärt sich nicht in zeichen, es erscheint, während es entsteht. bevor der gedanke das bild erreicht. und während ich so dagesessen und ausschau hielt, nach dem tag, dass er kommen werde, um anzu- fangen, mit mir etwas anzufangen, verlor sich die endliche zahl der gräser. gedanken sind verfänglich. sie auszufüllen mit etwas, was sinn ergeben würde, kam mir sinnlos vor, ohne halt, ohne wirklich- keit, ohne bezug zum leben. die verwerfung mit sich selber, ein versuch, sich dem grund zu öffnen, damit etwas erstaunliches geschehen würde, etwas, das man sich wünscht, ohne sich des wunsches bewusst zu sein, liess die stunden vorüber gehen, ohne den blick von der wiese zu lassen, auf denen die primel wachsen und das gras, in seiner unendlichen zahl.



marianne büttiker



 

m. 17.04.2010, 11.06 | (0/0) Kommentare | TB | PL

tagwerk.






das endliche und das unendliche eines wortes zu erfassen, ist ein zeitloses tagwerk.



marianne büttiker




m. 03.01.2009, 10.14 | (0/0) Kommentare | TB | PL

vielleicht.





vergangen. vielleicht waren wir einfach zeitgeschwister, ich und du in einer aussergewöhnlichen lebenslage. doch wer kann diese so bestimmen, dass sie nicht jeden tag doch stattfindet und wir sagen können, dass alltage nicht existieren, weil heute ein anderes heute ist…



marianne büttiker




 

m. 21.08.2008, 12.18 | (4/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

farbnuancen.



dort, wo die zeiten keine zeiten mehr waren, sondern zwei ufer, zwischen denen die weite sich ausdehnte, so dass ein zwischenraum entstand, in dem die linie ein ufer war, und das andere ufer gleichzeitig in seiner parallele den horizont konturierte, war etwas leicht schwebendes als klang hörbar. es waren vielleicht diese farbnuancen, die die tage verlassen hatten, um in den zwischenzeilen einen garten anzulegen, der den dingen der zeit eine pause ermöglichte. sie waren in ihrem fadenkreuz auf der anderen seite der zeit verknüpft. ich folgte dieser verknüpfung und fand die dinge in sich ruhend unter dem schnee liegen. wie seltsam, im sommer lag schnee über den dächern. das licht hatte ihn zu einem schleier verwoben.



marianne büttiker



 

m. 16.11.2007, 12.03 | (0/0) Kommentare | TB | PL

der geeignete begleiter.





welch unmögliches verlangen! und doch, verstand war nicht der geeignete begleiter. vielmehr war es das staunen und der unstillbare hunger zu finden, was ein leben ausmacht.



marianne büttiker


 

m. 04.09.2007, 07.32 | (2/1) Kommentare (RSS) | TB | PL

zwischen den wellen.





windwechsel




wenn du genau hinhörst,
ist es still zwischen den wellen.
ein klirren nur, in den steinen,
wenn der schaum sich zurückzieht,
ein zischen, wenn sie zusammenschlagen,
auf sich zurückgeworfen.
die möwen schreien,
der mond,
in seinem rund verblassend,
ein weisser hauch am abendhimmel.


es ist meer, sagte ich zu dir, und ich las wieder eine zeile dazu, bevor ich in seinen wogen aus kaleidoskopischen bilderdrehbüchern ein- schlief. die möwe, ihr körper leuchtete in der sonne. sie blieb weiss, ihr gefieder spiegelte weder das meer, noch das himmelblau. nur die spitzen der flügel berührten beides, tippten an den horizont. sie wendete vor dem mond und flog an ihm vorbei und entschwand aus diesem augenblick ausschnitt.

marianne büttiker




 

 

m. 26.07.2007, 12.16 | (0/0) Kommentare | TB | PL



kommentare.
Quer:
Was für ein vielsagender und berührender Satz
...mehr

eva:
das loslassen von fiktionen wie anfang und en
...mehr

Ursula:
Herrlich!
...mehr

Jorge D.R.:
Brigitte hat recht:Die Collage ist eine Wucht
...mehr

tabea:
mach ich ;-)((( )))tabea
...mehr

fortsetzung folgt.


marianne rieter
fortsetzung folgt

leseheft mit 21 gedichten
ISBN 978-3-94 1296-20-6
im proberaum, klingenberg
eur 6.90 + porto

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