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Blogeinträge (Tag-sortiert)
Tag: celan
es ist zeit.
es ist zeit, dass es zeit wird.
es ist zeit.
paul celan
[im gedicht 'corona' aus: gesammelte werke - suhrkamp]
m. 30.11.2009, 09.37 | (2/2) Kommentare (RSS) | TB | PL
von dir und von mir.
wer sein herz aus der brust reisst zur nacht, der langt nach der rose.
sein ist ihr blatt und ihr dorn,
ihm legt sie das licht auf den teller,
ihm füllt sie die gläser mit hauch,
ihm rauschen die schatten der liebe.
wer sein herz aus der brust reisst zur nacht und schleudert es hoch:
der trifft nicht fehl,
der steinigt den stein,
dem läutet das blut aus der uhr,
dem schlägt seine stunde die zeit aus der hand:
er darf spielen mit schöneren bällen
und reden von dir und von mir.
paul celan
[aus: paul celan, mohn und gedächtnis - vorstufen, textgenese, endfassung - tübinger ausgabe suhrkamp]
m. 11.04.2009, 10.26 | (1/0) Kommentare (RSS) | TB | PL
aufs neue.
aufs neue, von
versonnener stirn her,
berücken
deine von dir
unter lauter vertrautem
wiedergefundenen gedanken
giuseppe ungaretti - übersetzt von paul celan
[aus: angefügt, nahtlos ans heute / agglutinati all’oggi. – insel verlag]
m. 01.11.2008, 09.14 | (0/0) Kommentare | TB | PL
sag.
der uns die stunden zählte
der uns die stunden zählte,
er zählt weiter.
was mag er zählen, sag?
er zählt und zählt.
nicht kühler wirds,
nicht nächtiger,
nicht feuchter.
nur was uns lauschen half:
es lauscht nun
für sich allein.
paul celan
[aus: mit wechselndem schlüssel]
m. 10.10.2008, 12.39 | (0/0) Kommentare | TB | PL
i giorni.
agglutinati all’oggi | angefügt, nahtlos, ans heute |
giuseppe ungaretti - übersetzt von paul celan
[aus: angefügt, nahtlos ans heute / agglutinati all’oggi. – insel verlag]
m. 07.10.2008, 14.06 | (0/0) Kommentare | TB | PL
ein morgen.
ein tag und noch einer
föhniges du. die stille
ging mit uns mit wie ein zweites,
deutliches leben.
ich gewann, ich verlor, wir glaubten
an düstere wunder, der ast,
gross an den himmel geschrieben, trug uns, wuchs
in die mondbahn, ein morgen
stieg ins gestern hinauf, wir holten
den leuchter, ich weinte
in deine hand.
paul celan
an ingeborg bachmann, paris, 13.12.1957
[aus: herzzeit, briefwechsel – suhrkamp]
m. 17.09.2008, 08.26 | (1/1) Kommentare (RSS) | TB | PL
das nämliche.
jetzt wächst dein gewicht
um alles leichte,
jetzt entlarvst du
das nämliche
ohne namen,
jetzt schickst du die silben-
stehenden dampfhämmer
unter den sporn
dessen, der
hinwegsetzt über
das heckige listholz,
jetzt
schreibst du.
paul celan
[aus dem nachlass publizierte gedichte - aus: die gedichte – suhrkamp]
m. 07.09.2008, 12.19 | (3/2) Kommentare (RSS) | TB | PL
oder zwei, drei.
frag mich nicht warum, wozu, aber sei da für mich, einen abend lang oder zwei, drei. führ mich an die seine, wir wollen so lange hineinschauen, bis wir kleine fische geworden sind und uns wieder erkennen.
ingeborg bachmann an paul celan – 24.06.1946
[aus: herzzeit, briefwechsel – suhrkamp]
m. 05.09.2008, 20.56 | (0/0) Kommentare | TB | PL
mit der untrüglichen spur.
verbracht
ins gelände
mit
der untrüglichen
spur:
gras.
gras,
auseinandergeschrieben.
paul celan
[in 'engführung', aus: sprachgitter - fischer]
m. 02.09.2008, 17.11 | (2/1) Kommentare (RSS) | TB | PL
dein weg.
das leise gewerk,
feucht noch von augen:
dein weg
knüpft sich hinein.
paul celan
[aus: die gedichte – suhrkamp]
m. 07.08.2008, 23.20 | (1/1) Kommentare (RSS) | TB | PL



