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Blogeinträge (Tag-sortiert)
Tag: jandl
nicht für dich.
von wörtern
erwarte
von wörtern nichts
sie tun es nicht
für dich
sie kommen
gierig
überschwemmen dich
und dein papier
nicht was sie dir
antun
doch was du dem geringsten
von ihnen
angetan
kann
etwas sein
ernst jandl
m. 15.08.2010, 10.58 | (0/0) Kommentare | TB | PL
was sie sagen.
wissen, sagen
die musiker mit ihren tönen
wissen was sie sagen
was sie mit ihren tönen sagen
das wissen die musiker
auch die maler mit ihren farben
wissen was sie sagen
was sie mit ihren farben sagen
das wissen die maler
ebenso die bildhauer mit ihren plastiken
wissen was sie sagen
wissen was sie mit ihren plastiken sagen
das wissen die bildhauer
gleichfalls die tänzer mit ihren bewegungen
wissen was sie sagen
was sie mit ihren bewegungen sagen
das wissen die tänzer
schliesslich die architekten mit ihren gebäuden
wissen was sie sagen
was sie mit ihren gebäuden sagen
das wissen die architekten
hingegen die poeten mit ihren wörtern
wissen diese was sie sagen
was sie mit ihren wörtern in wahrheit sagen
wissen das jemals die poeten
m. 24.05.2010, 09.44 | (0/0) Kommentare | TB | PL
nicht aufhören.
in die dämmerung
ich will nicht aufhören
in die dämmerung hinein
zu schreiben
zeilen die zerfallen
und zeilen die hängenbleiben
eine kleine weile
an einzelnen blättern
in einzelnen büchern
in einzelnen gedächtnissen
so hätte ich mich
gern wiedererlebt
nach den kommenden finsternissen
ernst jandl
[aus: einer raus einer rein – wagenbach]
m. 13.05.2010, 08.42 | (0/0) Kommentare | TB | PL
ach.
ach, und ich dachte
wenn ich dich liebe
könnte ich sein
dürfte ich leben -
narren denken so!
schurken denken so!
ernst jandl
m. 06.05.2010, 09.12 | (0/0) Kommentare | TB | PL
doch.
mir schwebt
nichts vor
doch ist
um
ein flattern
ernst jandl
m. 18.03.2010, 10.05 | (1/0) Kommentare (RSS) | TB | PL
nichts.
inhalt
um ein gedicht zu machen
habe ich nichts
eine ganze sprache
ein ganzes leben
ein ganzes denken
ein ganzes erinnern
um ein gedicht zu machen
habe ich nichts
ernst jandl
m. 10.03.2010, 09.01 | (2/0) Kommentare (RSS) | TB | PL
sein und nicht sein.

deutsche literaturen sein ein kulturenliteraturen
modenliteraturen nicht sein kulturenliteraturen
ernst jandl
m. 08.12.2009, 09.33 | (0/0) Kommentare | TB | PL
alles mögliche.
…er habe immer etwas zu sagen gehabt, und er
habe immer gewusst, dass man es so und so und so
sagen könne; und so habe er sich nie darum
mühen müssen, etwas zu sagen, wohl aber um die art
und weise dieses sagens. denn in dem, was man
zu sagen hat, gibt es keine alternative; aber für die
art und weise, es zu sagen, gibt es eine unbestimmte
zahl von möglichkeiten. es gibt dichter, die alles
mögliche sagen, und dies immer auf die gleiche
weise. solches zu tun, habe ihn nie gereizt; denn
zu sagen gebe es schliesslich nur eines; dieses aber
immer wieder, und auf immer neue weise.
ernst jandl
m. 17.09.2009, 13.07 | (2/0) Kommentare (RSS) | TB | PL
auch nicht.
im delikatessenladen
bitte geben sie mir eine maiwiesenkonserve
etwas höher gelegen aber nicht zu abschüssig
so, dass man darauf noch sitzen kann.
nun, dann vielleicht eine schneehalde, tiefgekühlt
ohne wintersportler. eine fichte schön beschneit
kann dabeisein.
auch nicht. bliebe noch – hasen sehe ich haben sie da hängen.
zwei drei werden genügen. und natürlich einen jäger.
wo hängen denn die jäger?
ernst jandl
gefunden im glarean magazin
m. 30.05.2009, 12.06 | (2/0) Kommentare (RSS) | TB | PL
marianne rieter
fortsetzung folgt
leseheft mit 21 gedichten
ISBN 978-3-94 1296-20-6
im proberaum, klingenberg
eur 6.90 + porto
--> leseprobe



