milonga
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Blogeinträge (Tag-sortiert)

Tag: malkowski

fliegend.

 




schön zu sehen



die lust, mit der einer geht,
wenn der regen aufgehört hat.

der ernst, mit dem ein junger mann
über sein mädchen spricht.

sch
wäne, fliegend.

der ausdruck der furchtlosigkeit
in augen, die wir lieben.

die nach allen seiten entwickelte krone
eines freistehenden baums.



rainer malkowski
[aus: was auch immer geschieht - suhrkamp]




m. 24.02.2010, 09.26 | (0/0) Kommentare | TB | PL

manchmal.

 




allgemeine biographie



manchmal haben wir uns gesehen,
wie wir wirklich sind -
und wir haben schnell
in eine andere richtung geschaut.

manchmal haben wir uns vorgenommen,
zu sein, was wir nicht können.

manchmal
wissen wir alles.
auch: wissende und unwissende
sind einander gleich
in der unfähigkeit,
sich zu helfen.



rainer malkowski
[aus: vom rätsel ein stück – suhrkamp]




m. 05.01.2010, 08.56 | (0/0) Kommentare | TB | PL

von zeit zu zeit.





zuhause



in den schränken
die hierarchie der brauchbarkeit.
vorhersagbare
geräusche.
in verschiedenen zimmern
gesprächsreste.
zertretene buchstaben
auf dem teppich.
licht nach bedarf.
die dunkelheit ohne zeugen.
von zeit zu zeit
zerschlägt das meer
die fenster.



rainer malkowski
[aus: ein tag für impressionisten und andere gedichte – suhrkamp]




 

m. 22.08.2009, 10.08 | (1/1) Kommentare (RSS) | TB | PL

schön.

 





schön zu sehen



die lust, mit der einer geht,
wenn der regen aufgehört hat.

der ernst, mit dem ein junger mann
über sein mädchen spricht.

schwäne, fliegend.

der ausdruck der furchtlosigkeit
in augen, die wir lieben.

die nach allen seiten entwickelte krone
eines freistehenden baums.



rainer malkowski
[aus: was auch immer geschieht - suhrkamp]




m. 13.07.2009, 09.03 | (5/1) Kommentare (RSS) | TB | PL

also.

 





schreib



was du schreibst, muss wahr sein.
was du schreibst, muss klar sein.
also -
schreibe nicht.

also schreib,
was du nicht schreibst.
also schreib,
was du dir bleibst.
also schreibe
ein gedicht.



rainer malkowski
[aus: vom rätsel ein stück - suhrkamp]




m. 01.04.2009, 09.01 | (0/0) Kommentare | TB | PL

alles.

 





was wichtig ist



unerwarteter gesang.

die treue zu bäumen,
die nicht in den himmel wachsen.

alles, was du nicht kannst.

nachsicht und unnachgiebigkeit
im richtigen verhältnis.

schlecht rechnen
in menschendingen.



rainer malkowski
[aus: ein tag für impressionisten und andere gedichte - suhrkamp]




m. 19.02.2009, 08.47 | (4/2) Kommentare (RSS) | TB | PL

glitzernd.

 





fluss in der sonne



glitzernd kommt der fluss
aus der kurve,
blinkt schon
vorbei
und wirft mit einem einzigen
lässigen ruck
hunderte von spiegeln
aufs ufer.
sekunden-
scherben.



rainer malkowski
[aus: die herkunft der uhr – hanser]




m. 11.11.2008, 07.38 | (0/0) Kommentare | TB | PL

so beiläufig.

 





mach weiter



blitz und donner
begleiten es nicht.
es ist einfach da,
von einer sekunde
zur andern.
nüchternes bewusstsein
des scheiterns.
so
beiläufig
überzeugt es.
das licht geht nicht aus.
wir sind nicht im theater.
jetzt weitermachen.
mach weiter -: freier.



rainer malkowski
[aus: hunger und durst - suhrkamp]




m. 09.10.2008, 08.00 | (0/0) Kommentare | TB | PL

bedenkenswertes.

 





gehen lll



heute viel licht.

bedenkenswertes,
wohin man blickt.

die körnigkeit des bordsteins,
auf den die sonne trifft.

welches wort ist schrill genug
für die stimmen der mauersegler?

diese und andere
dringliche fragen.

ohne rechtfertigungszwang
unterwegs
(von zwei bis vier).

ein versäumnis, jetzt nicht
den zweiten hemdknopf zu öffnen.



rainer malkowski
[aus: hunger und durst, gedichte – suhrkamp]




m. 22.09.2008, 08.34 | (1/1) Kommentare (RSS) | TB | PL

tagesgeröll.





das notizbuch



dichterzeilen und radiostimmen.
„holz beruhigt die seele“, sagte der schnitzer.

eintragungen bei schlaflosigkeit.
„ein glas wasser morgens um vier.
der versuch,
sich an die liebe zu erinnern.“
worte in fahrenden zügen.
„pappeln, die flusswächter.“
tagesgeröll, ein undeutlicher gesang
im zwischengeschoss.
schwankungen in der handschrift.
vieles eine spur, die am heftrand abbricht.
wie etwas davonflog.
noch federt der zweig.



rainer malkowski
[aus: ein tag für impressionisten – suhrkamp]




 

m. 29.05.2008, 06.56 | (4/3) Kommentare (RSS) | TB | PL



kommentare.
tabea:
*nickt*ja!
...mehr

eva:
so viel ... ja.wunderbares gedicht, danke!
...mehr

Quer:
Oh ja, immer wieder gilt es, aus dem Nichts z
...mehr

marianne:
so wahr!
...mehr

eva:
das wäre mal eine abwechslung, indeed ... "se
...mehr

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