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Tag: treichel

was für zeiten.

 





rückfall



gelegentlich ein rückfall
in die rauchschwaden des
blues, ins heulende saxophon,
von ich weiss nicht wem.
ab und zu eines der bücher,
die auf dem kleiderschrank
stehen. kürzlich fiel mir
camus vor die füsse. mein gott,
was für zeiten, als alles
noch sinnlos war, und ich
geschmeidig im kreuz.



hans-ulrich treichel
[aus: gespräch unter bäumen - suhrkamp]




m. 03.08.2009, 09.06 | (2/2) Kommentare (RSS) | TB | PL

beispielsweise.

 





morgenandacht



sanft gerötet der himmel
überm dachfirst, die stelle
unterm auge, in der zeitung
falzgesichter, in der wohnung
ich, schwach, diffus, leicht
multipel, meine schultern
beispielsweise fallen heute
eher schemenhaft aus,
gar nicht zu reden vom gewirr
der gedanken, dem gangliengesumm,
wer weiss schon, wie es wirklich
um das abendland steht.



hans-ulrich treichel
[aus: gespräch unter bäumen – suhrkamp]




m. 29.09.2008, 06.38 | (1/1) Kommentare (RSS) | TB | PL

alles.





ich weiss, dass ich alles weiss.





 

m. 14.12.2007, 09.55 | (3/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

und immer...

 





fortschritte in der chaosforschung



bloss keine umstände,
sagen sie einfach ich zu mir
oder lassen sie mich ganz weg.
schliesslich weiss hier keiner so genau,
wo der nächste beginnt.
zerstreuen sie sich,
aber bleiben sie liegen.
schliessen sie die augen
und hören sie weg.
sie müssen fühlen, was sie fühlen,
oder gehören sie etwa auch
zu den leuten, die bei jedem schuss bluten.
pflanzliche fette, rate ich ihnen,
und tierische intelligenz.
doch alles mit massen
und immer den kopf schief.
der rest ist ganz leicht.



hans-ulrich treichel
[aus: gespräch unter bäumen]




m. 30.11.2007, 13.19 | (1/1) Kommentare (RSS) | TB | PL

singsang.





was weiss ich von bäumen



auf die natur kann ich
verzichten, jeden morgen
das gleiche, wind und regen,
ein paar wolken, ab und zu
eine lachhafte sonne, was weiss
ich von bäumen, vögel sind
vögel, ich kann mein gehirn
nicht mit singsang belasten,
an jedem wegrand, auf jeder
rinne, alles was grün ist,
was soll ich mit gras.



hans-ulrich treichel
[aus: gespräch unter bäumen]




 

m. 27.09.2007, 07.58 | (1/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

sonntags.





meine landschaft



über den himmel
kein wort, über die
endlosen wiesen,
die schnurgraden wege,
und wie ich sonntags
mein fahrrad
mit taschen bepackte
und nicht wusste
wohin.



hans-ulrich treichel
[aus: gespräch unter bäumen]




 

m. 02.09.2007, 12.44 | (0/0) Kommentare | TB | PL

dann kam ein wind.






else lasker-schüler nachgesagt



ich bin immer den wolken gefolgt
ich habe die nacht immer leuchten gesehen
unter allen sternen den meinen gesucht
dann kam ein schnee und trieb mir ein lied
auf die lippen dann kam ein wind und
zerriss meinem engel das herz



hans-ulrich treichel
[aus: südraum leipzig]







 

m. 03.04.2007, 09.16 | (0/0) Kommentare | TB | PL



kommentare.
tabea:
*nickt*ja!
...mehr

eva:
so viel ... ja.wunderbares gedicht, danke!
...mehr

Quer:
Oh ja, immer wieder gilt es, aus dem Nichts z
...mehr

marianne:
so wahr!
...mehr

eva:
das wäre mal eine abwechslung, indeed ... "se
...mehr

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