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wahrlich.
nur nicht enden möge diese seligkeit dieses lebens nur nicht enden
ich habe ja erst angefangen zu schauen zu sprechen zu schreiben
zu weinen und hinter den jalousien das mich scheuchende licht des
morgens, oh sprieszendes blut und blüte des leibes, ,privatisierung
der literatur‘ (jd), wahnwitz der heiligkeit dieses lebens das ich ans
herz (drücke), das mir so teuer – wahrlich dieser mich umarmende
horizont gabe meiner bekenntnisse während wehende veilchen.
friederike mayröcker
[aus: dieses jäckchen (nämlich) des vogel greif. gedichte 2004-2009 - suhrkamp]
m. 12.03.2010, 09.29 | (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: anderes. | Tags: mayröcker
endlich.
zeitlose stunde
bis diese stunde, der wir bestimmt sind,
uns aufnimmt,
bis diese zeitlose stunde
uns hundertfältig
vernichtet und heilt
und wieder erschöpft,
bis wir uns ansinken,
schulter und herz
über dem bodenlosen,
bis uns der strom
hinüberträgt, endlich -
wieviel raum
zwischen gestern und morgen,
wieviel vergeblichkeit,
wieviel vergeben!
m. 11.03.2010, 08.42 | (2/0) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: anderes. | Tags: nick
nichts.
inhalt
um ein gedicht zu machen
habe ich nichts
eine ganze sprache
ein ganzes leben
ein ganzes denken
ein ganzes erinnern
um ein gedicht zu machen
habe ich nichts
ernst jandl
m. 10.03.2010, 09.01 | (2/0) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: anderes. | Tags: jandl
so nice.
it would be so nice if something made sense for a change.
[aus: lewis carroll:
m. 09.03.2010, 08.18 | (1/1) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: gefundenes.
eine legende.
dein nachthemd
dein nachthemd pendelt noch über dem stuhlrücken
aus. sein faltenwurf eine legende: das vergleiten
von körper und stoff. eine andere wirklichkeit
ist das öffnen der knöpfe, der augen und
diese leichtigkeit der seide, die dich abstreift
ins bodenlose, wenn der wind dein verschwinden
nachzeichnet und ich mich frage, welche einsamkeit
spricht aus dem verrücken der stühle an einem tag,
der sein versprechen nicht kennt. die terrasse
sortiert sich im gefieder der schatten,
das licht stellt dinge in den raum, stechende
konturen, die nichts von sich wissen. ich
folge der steintreppe, gehe zum feigenbaum
hinauf, den die hornissen tragen.
jürgen nendza
gefunden bei fixpoetry
m. 08.03.2010, 08.35 | (1/0) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: anderes. | Tags: nendza
poesie.

poesie – die geduld der silben
elazar benyoëtz
m. 05.03.2010, 10.21 | (1/1) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: gefundenes. | Tags: benyoëtz
wie das wasser.
die frau ist in ihrem wesenskern flüchtig und unbeständig wie das wasser. in der ganzen literatur sieht man die weibliche schlauheit über die männliche vorsicht triumphieren. während sie tagsüber in perfider weise die abhängige rolle spielt, verwandelt sie sich des nachts in eine katze oder schlange. - manchmal übt sie ihre nächtliche magie auf den eigenen mann aus. sie tut jedoch besser, ihrem herrn und gebieter ihre wandlungsfähigkeit zu verbergen. deshalb ist sie gezwungen, sich fremde männer als beute zu wählen. da sie kein recht über sie besitzen, bleibt die frau für diese heilige, quelle, stern und hexe. so ist sie der untreue ergeben; es ist die einzig konkrete ausdrucksform, die ihr freiheitsdurst wählen kann.
simone de beauvoir
gefunden in wildgans’s weblog
m. 04.03.2010, 09.28 | (3/0) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: gefundenes. | Tags: de beauvoir
nichts.
still sitzen
nichts tun
der frühling kommt
das gras wächst
aus dem zen-buddhismus
m. 03.03.2010, 09.25 | (2/0) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: gefundenes. | Tags: zen
bagatelle.
mit den allerbesten wünschen für meine herzensfreundin andrea
zur heutigen eröffnung von
seestrasse 64, ch-8712 stäfa – www.labagatelle.ch
wanderer, deine spuren sind der weg,
sonst nichts;
wanderer, es gibt keinen weg,
der weg entsteht im gehen.
im gehen entsteht der weg,
und schaust du zurück, siehst du den pfad,
den du nie mehr betreten kannst.
wanderer, es gibt keinen weg,
nur eine kieselspur im meer.
antonio machado
m. 02.03.2010, 10.13 | (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: chrüsimüsi.
. . .
helligkeiten.
es war ein bezaubernder anblick -
überaus weich und verträumt und schön.
mark twain
fast schon ein frühling
die geäderte haut wenn das sehen
sich weitet die dehnung des raums
der horizont eskaliert das licht...
wie viel das ausmacht: ein paar
vögel offene fenster grüne spitzen
m. 01.03.2010, 09.00 | (3/2) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: eigenes. | Tags: rieter
sturmnacht.
m. 26.02.2010, 08.47 | (1/0) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: anderes. | Tags: d'alessandro
vom schein der dinge.
weit
es ging mir nach: im draussen
eingesperrt
kam es, dass ich ging
kam weiter, weiter
ab
vom schein der dinge hin
zum fenstersein
da bist du freigelegt
bis auf die baren auren
dein gläsernes gebein
und da sind auch die beiden emilys
mit ihnen hast du es zu tun
mit der welt dagegen
war nichts zu beginnen
m. 25.02.2010, 09.12 | (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: anderes. | Tags: cader-benedix
fliegend.
schön zu sehen
die lust, mit der einer geht,
wenn der regen aufgehört hat.
der ernst, mit dem ein junger mann
über sein mädchen spricht.
schwäne, fliegend.
der ausdruck der furchtlosigkeit
in augen, die wir lieben.
die nach allen seiten entwickelte krone
eines freistehenden baums.
rainer malkowski
[aus: was auch immer geschieht - suhrkamp]
m. 24.02.2010, 09.26 | (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: anderes. | Tags: malkowski
aufhören.
da müsstest du
aufhören zu leuchten.
[aus: gesehen]
das ganze gedicht im aktuellen poetryletter von fixpoetry
m. 23.02.2010, 09.05 | (1/1) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: anderes. | Tags: völlger
feuerrot.
m. 22.02.2010, 16.26 | (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: erzähltes. | Tags: hermann
manchmal...
m. 22.02.2010, 09.10 | (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: anderes. | Tags: maag
. . .
fallstudien.
hope is the thing with feathers.
emily dickinson
parallel zum fenster zu den zügen
und ästen beruhigen sich die tage
zeitwaisen am ende eines winters
die katze sucht nach einer hand
die sie wärmt bis zum morgen
selten trifft man auf tauben und
briefträger in dieser gegend
die wörter finden sich auch so
unter der kopf- oder herzhaut
m. 21.02.2010, 10.54 | (3/3) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: eigenes. | Tags: rieter
spring is...
spring is like a perhaps hand
(which comes carefully
out of nowhere) arranging
a window, into which people look (while
people stare
arranging and changing placing
carefully there a strange
thing and a known thing here) and
changing everything carefully
spring is like a perhaps
hand in a window
(carefully to
and fro moving new and
old things, while
people stare carefully
moving a perhaps
fraction of flower here placing
an inch of air there) and
without breaking anything.
m. 20.02.2010, 10.46 | (1/1) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: anderes. | Tags: cummings
einmal geschah es...
regen
einmal geschah es
dass es regnete
die stimme des regens
meines regens kleine stimme
wie kann das sein?
wird morgen das gras grün sein?
morgen wird das gras grün sein
und sonst wird nichts sein?
sonst nichts
elisabeth borchers
[aus: alles redet, schweigt und ruft - suhrkamp]
m. 19.02.2010, 09.28 | (2/0) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: anderes. | Tags: borchers
ziele.
ziele, die lohnen, sind beweglich.
peter rudl
m. 18.02.2010, 09.04 | (1/0) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: gefundenes. | Tags: rudl.
glück.
glück
ist das lichterlohe bewusstsein:
diesen augenblick
wirst du niemals
vergessen.
man gleicht einem film,
der belichtet wird,
entwickeln wird
es die
erinnerung
max frisch
gefunden bei gabi anna und ihren wundervollen bildern
m. 17.02.2010, 09.13 | (2/0) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: anderes. | Tags: frisch
. . .
zum vergrössern ins bild klicken.

metamorphosen.
man wacht von innen nach auszen auf.
friederike mayröcker
in manchen
nächten wachsen
bäume ins zimmer ist
der kopf ein bahnhof und
das bett ein meer ein kleid aus
geflüsterten worten die haut die
flügel zerbrechliches blau in manchen
nächten sinkst du stufe um stufe einwärts
wünschst nichts inniger und mehr als zu bleiben
m. 16.02.2010, 09.06 | (3/3) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: eigenes. | Tags: rieter
alles an mir.
um schreiben zu können, (…) musz ich BEBEN, alles an mir musz BEBEN, mein kopf und mein leib meine füsze und hände, wenn das BEBEN nicht eintritt ist es nur eine fleiszübung.
friederike mayröcker
gefunden im kultiversum
m. 15.02.2010, 10.00 | (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: gefundenes. | Tags: mayröcker





