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Thema: anderes.

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in der natur des wartens.





ich schreibe dir, da



ich schreibe dir, da
ich nicht länger glaube, dass es
gefährlich ist, sich hier nach einbruch
der dunkelheit aufzuhalten. türen öffnen
und schliessen sich. leute eilen unter
den bunten laternen vorbei, es liegt in
der natur des wartens, dass leute vorbeieilen.
ich vergeude hier meine tage in
untätigkeit. auch in fremden städten
schaffen wir uns etwas, das einem zuhause gleicht:
eine strasse, ein unansehnliches viertel, ein paar hässliche
häuser. eine aussicht. ein baum. ein grünender
baum, den wir im regen passieren und liebgewinnen,
ohne seinen namen zu kennen. ich will
nicht, dass du deformiert bist.



tua forsström
[übersetzt von paul berf – gefunden bei lyrikline]



 

m. 03.09.2010, 08.30 | (0/0) Kommentare | TB | PL

verstehen sie?





das gefühl von wörtern im kopf



sie werden älter und wenn sie
noch zuhören können:
das ist leben. es geht weiter.
unablässig eine bestimmte
aufmerksamkeit. sie wird erwartet.
leben wird so gelebt,
eine natürliche sache
wie fragen und antworten
und sogar nicht hören,
verstehen sie? sie verstehen,
nicht zuzuhören und zu behalten,
was gesagt wird.
vielleicht eine kunst.
sie hören alles als gesumm,
sätze, zusammenhänge,
fortgang und handlung,
ohne auf anfang und ende
zu warten, nur das gefühl von wörtern
im kopf. mit diesem gefühl
wird im präsens gelebt,
mit immer anderen wörtern
wird unablässig erzählt.



karl krolow
[aus: gesammelte gedichte, band 3 – suhrkamp]



 

m. 01.09.2010, 08.27 | (1/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

was soll ich sagen.





seit ich hier bin



seit ich hier bin trage ich taschen
voller papiere, fahre ich fahrstuhl
telefoniere, trinke kaffee wie ein mann
mit terminen, liege ich schlaflos,
interpretiere, huste und reime, traurige
tiere, spende dem geiger in der passage
einen gedanken, was ist das leben,
wenn nicht ein geigen in den passagen,
was kann er tun und was soll ich sagen:
pflege kontakte und streue asche auf
deine akte. so ist das hier.



hans ulrich treichel



 

m. 30.08.2010, 09.07 | (0/0) Kommentare | TB | PL

ein nest.





hag



im geäst des hirns
bau deinem engel ein nest
behaglich und treu



ludwig verbeek



 

m. 29.08.2010, 10.42 | (1/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

diese augenblicke.




-herzland- windmühle. hie und da diese augenblicke, die sich aus dem ungewissen in die welt manövrierten, - ich hatte dir flügel zugedacht, – eine fotografie mit landschaft, ohne titel; ich war über die strasse gegangen, stehen geblieben, dort am rand, neben dem mohn, dem gras. sitzen hier die stunden, als verlorene reisende einer zeit, die nicht existierte, nicht wirklich in diesem land? fragte ich, sie, die schon vorbeigegangen.


marianne büttiker



 

m. 28.08.2010, 10.05 | (4/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

warten.





herumsehen - ohne die begleitung der augen          
     warten, bis die ideen zutraulich werden
 sich nicht festlegen: die assoziationen freilassen -               
        wörter streuen für sie und farben



brigitte fuchs
[aus: suchbild mit garten, gedichte - kukuruz verlag]



 

m. 26.08.2010, 09.17 | (0/0) Kommentare | TB | PL

nicht wahr.





nicht wahr
glück kommt von ungefähr
aufregend wie herabfallendes gepäck
kommt nie wieder



sabina naef


 

m. 24.08.2010, 09.21 | (0/0) Kommentare | TB | PL

dann.





therapien



den kopf in den hut, dann
im park verschwinden. ganz ruhig

den augen die gegend zeigen. hier
eine einfache wiese, dort

eine wiese mit raben. doch
wenn das nicht hilft, von benn

einen langsamen walzer singen. dann
zurück in die stadt, zu den katzen

nach hause. heilsame bücher und
sehr alte briefe lesen.


maximilian zander
gefunden bei fixpoetry



 

m. 20.08.2010, 09.03 | (2/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

am fünftausendsten abend.





am fünftausendsten abend unsrer liebe
bin ich noch immer so schüchtern wie einst:
beflecke meine weissen handschuh mit dem blau
zu feucht gepflückter glockenblumen
und ersticke ungeschickt die lerche
die ich dir mitgebracht in meiner tasche
noch immer weiss ich nicht wie ich dir lächeln soll
um die traurigkeit meines glücks zu verstecken
und wenn ich dich umarmen will
werf ich die sonne um



yvan goll



 

m. 17.08.2010, 08.27 | (0/0) Kommentare | TB | PL

als ob...






rainer malkowski



m. 16.08.2010, 08.43 | (1/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

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kommentare.
Quer:
Was für ein vielsagender und berührender Satz
...mehr

eva:
das loslassen von fiktionen wie anfang und en
...mehr

Ursula:
Herrlich!
...mehr

Jorge D.R.:
Brigitte hat recht:Die Collage ist eine Wucht
...mehr

tabea:
mach ich ;-)((( )))tabea
...mehr

fortsetzung folgt.


marianne rieter
fortsetzung folgt

leseheft mit 21 gedichten
ISBN 978-3-94 1296-20-6
im proberaum, klingenberg
eur 6.90 + porto

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