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Thema: erzähltes.

feuerrot.







m. 22.02.2010, 16.26 | (0/0) Kommentare | TB | PL

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m. 13.02.2010, 12.05 | (0/0) Kommentare | TB | PL

whoop!




"i don't know what to do!", cried scrooge, laughing and crying in the same breath; and making a perfect laocoön of himself with his stockings. "i am as light as a feather, i am as happy as an angel, i am as merry as a schoolboy. i am as giddy as a drunken man. a merry christmas to everybody! a happy new year to all the world. hallo here! whoop! hallo!"



charles dickens
[aus: a christmas carol]

hier klicken zum weiterlesen oder zuhören; und hier ist das handschriftliche original manuskript von 1843 zu finden



 

m. 23.12.2009, 07.42 | (0/0) Kommentare | TB | PL

wie flüchtig.

 





trotz der drückenden wärme dieser tage bin ich viel draussen. ich weiss nur allzugut, wie flüchtig diese schönheit ist, wie schnell sie abschied nimmt, wie plötzlich ihre süsse reife sich zu tod und welke wandeln kann. und ich bin so geizig, so habgierig dieser spätsommerschönheit gegenüber! ich möchte nicht nur alles sehen, alles fühlen, alles riechen und schmecken, was diese sommerfülle meinen sinnen zu schmecken anbietet; ich möchte es rastlos und von plötzlicher besitzlust ergriffen auch aufbewahren und mit in den winter, die kommenden jahre und tage des alters nehmen. ich bin sonst nicht eben eifrig im besitzen, ich trenne mich leicht und gebe leicht weg. aber jetzt plagt mich ein eifer des festhaltenwollens, über den ich zuweilen selber lächeln muss. im garten auf der terrasse, am türmchen unter der wetterfahne, setze ich mich tag für tag stundenlang fest, plötzlich unheimlich fleissig geworden und mit bleistift und feder, mit pinsel und farben versuche ich dies und jenes von dem blühenden und schwindenden reichtum beiseite zu bringen. ich zeichne mühsam die morgendlichen schatten auf der gartentreppe nach und die windungen der dicken glyzinienschlangen und versuche, die fernen, gläsernen farben der abendberge nachzuahmen, die so dünn wie ein hauch und doch so strahlend wie juwelen sind. müde komme ich dann nach hause, sehr müde, und wenn ich am abend meine blätter in die mappe lege, macht es mich beinah traurig zu sehen, wie wenig von allem ich mir notieren und aufbewahren konnte.



hermann hesse
gefunden bei artisanne




m. 01.09.2009, 08.59 | (1/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

genial.




fotos: marianne rieter





"SILO 8 ist ein ziemlich herunter gekommenes altersheim der nahen zukunft, das ein sonderangebot gegen alterfrust feil hält: beim eintritt in dieses etablissement müssen die eigenen erinnerungen abgegeben werden, damit der lebensabend in vollen zügen genossen werden kann. so jedenfalls lautet das versprechen.

doch natürlich ist das ausgeklügelte system so porös wie die wände des wohnsilos. denn der angeborene wissensdrang des menschen lässt sich nicht einfach ausradieren. und ein dasein im engen radius des SILO 8 unter strenger bewachung vom dubiosen dr. wolf und seiner assistentin jessica ist nichts für die abenteuerlustigen heimbewohner danilo, wädi, ida, rüdiger, alfredo und aurora. also machen sich die wackeren senioren auf die suche nach dem leben hinter den SILO-mauern... bis sie schliesslich abheben...

das neue stück von karl's kühne gassenschau handelt von der macht der erinnerungen und der kraft der fantasie, vom kampf um die eigene identität und vom älterwerden.

wo die zunehmende überalterung unserer gesellschaft probleme aufwirft, bietet SILO 8 die lösung für einen sorgenfreien lebensabend: das löschen jeder erinnerung an die eigene vergangenheit. denn wer nicht weiss, dass er einmal jung, knackig und beliebt war, vermisst das auch nicht. und nicht zuletzt: zufriedene insassen brauchen weniger betreuung und sparen kosten. doch was bleibt einem im alter von der eigenen persönlichkeit übrig, wenn all die vielen bilder und gedanken von früher plötzlich gelöscht werden?

ein aktuelles und brisantes thema, das von karl's kühne gassenschau unterhaltend, poetisch und mit atemberaubenden bildern in szene gesetzt wird, so dass auch in diesem jahr das publikum gebannt staunen wird, wenn schiffe fliegen und rollstühle rasen, wenn erinnerungen greifbar werden und träume explodieren."



text aus der homepage von SILO 8
weitere infos zu karl's kühne gassenschau: SILO 8




m. 23.08.2009, 14.36 | (2/2) Kommentare (RSS) | TB | PL

die goldfisch im vogelhaus.

 





das aquarium



weil  wir  grad  vom  aquarium  redn,  ich  hab  nämlich früher nicht im frühjahr  -  früher  in  der  sendlinger  strasse  g'wohnt, nicht in dersendlinger  strasse,  das  wär   ja  lächerbar, in der sendlinger strasse könnt  man  ja gar nicht wohnen, weil immer die strassenbahn durchfährt, in  den häusern hab ich gwohnt in der sendlinger strasse. nicht in allen häusern, in einem davon, in dem, das zwischen den andern so drin steckt, ich  weiss  net,  ob sie das haus kennen. und da wohn ich, aber nicht im ganzen  haus,  sondern nur im ersten stock, der ist unterm zweiten stock und  ober  dem  parterre,  so  zwischen drin, und da geht in den zweiten stock  eine  stiege  nauf, die geht schon wieder runter auch, die stiege geht  nicht nauf, wir gehn auf die stiege nauf, man sagt halt so. und da hab ich, in dem wohnzimmer, wo ich schlaf, ich hab ein extra wohnzimmer, wo ich schlaf, und im schlafzimmer wohn ich und im wohnzimmer hab ich zu meinem privatvergnügen ein aquarium, das steht so im eck drin, das passt auch wunderschön in das eck hinein.

ich  hätt  ja so ein rundes aquarium auch haben können, dann wär das eck halt  nicht  ausgefüllt.  das  ganze  aquarium  ist nicht grösser als so (zeigend), sagn wir, das sind die zwei glaswände - das sind meine hände, ich  erklärs  ihnen  nur,  dass sies besser verstehn - und das sind auch zwei  wände  und  unten  is der boden, ders wasser haltet, damits wasser nicht  unten wieder durchläuft, wenn man oben eines hineinschüttet. Wenn der  boden  nicht  wär, da dürfen sie oben zehn, zwanzig, dreissig liter neinschütten,  das  tät  alles  wieder  unten  durchrinnen.  bei  einem vogelhaus ist das ganz etwas anderes.

bei  einem  vogelhaus  sind  die  wände  auch  so  ähnlich wie bei einem  aquarium, nur sind die beim vogelhaus nicht aus glas, sondern aus draht.  das  wär  natürlich ein grosser unsinn, wenn das bei einem aquarium auch  so  wär, weil dann das aquarium `s wasser nicht halten könnt, da rinnets  wasser immer neben dem draht heraus. drum is eben alles von der natur so  wunder  bar  eingrichtet. ja, und ich hab eben in dem aquarium goldfisch  drin,  und  im  vogelhaus  hab  ich  einen vogel; jetzt hat mich neulich  einmal  die  dummheit plagt, hab ich die goldfisch ins vogelhaus und den  kanarienvogel ins aquarium getan.

natürlich  sind  die  goldfisch  im  vogelhaus  immer  wieder vom stangl  runtergrutscht  und der kanarienvogel wär mir im aquarium bald ersoffen,  dann  hab  ich  wieder  die ganze gschicht beim alten lassen und hab den  vogel  wieder ins vogelhaus und die goldfisch wieder ins aquarium getan,  wos hingehören.

jetzt  sind die fisch wieder lustig im aquarium umhergeschwommen, zuerst  so  nüber,  dann  so  nunter,  die  schwimmen  fast  jeden  tag  anders.  vorgestern  ist  mir  nun ein malheur passiert, ich hab gesehn, dass die  fisch  mehr  wasser brauchen, und hab einen wassereimer voll nachgfüllt,  derweil war das zu viel, jetzt ist das wasser so hoch (zeigend) über das  aquarium  herausgstandn,  das  hab ich aber erst den andern tag bemerkt,  und  ein  goldfisch  ist  über  den rand nausgschwommen und ist am boden  nuntergfallen,  weil  wir in dem zimmer, wo das aquarium steht, habn wir  unten  einen  boden,  und  da  ist er dann dortglegn, aber erst, wie ers  falln aufgehört hat

jetzt  hat aber der fisch am boden kein wasser ghabt, weil wir so ausser  im  aquarium  habn  wir  weiter  kein  wasser  im zimmer. dann hat meine  hausfrau  gsagt: "sie werden sehn, der fisch wird am boden drunt kaputt,  es  ist  das  beste,  sie  bringen  den fisch um." dass er nicht so lang  leiden  muss,  hab  ich mir gedacht, mitn hammer erschlagn? schliesslich  haust  dich  aufn  finger, also erschiess ich ihn. dann hab ich mir aber  gedacht:  schliesslich  triffst ihn nicht recht, dann muss er erst recht  leiden,  da  ists schon gscheiter, hab ich gsagt, ich nehm den fisch und  trag ihn in die isar und tu ihn ertränken.



karl valentin




m. 15.08.2009, 10.36 | (1/1) Kommentare (RSS) | TB | PL

der tisch.





ich beziehe meine erste eigene wohnung und denke seit geraumer zeit über die frage nach: wie kann ich meine 10 m²  berlin attraktiv vollstopfen?
– zum beispiel mit einem esstisch. wie sieht ein schöner esstisch aus? rund. hölzern. sinnliche, geschwungene vier beine, mutmasse ich und finde in einem neuköllner trödelladen einen eckigen, massiven zwei­beinigen holztisch mit einer schublade, in der ein verrosteter schlüssel steckt. ich liebe dieses möbelstück sofort um einiges mehr als engste familienmitglieder und bekunde den arabischen händlern zwischen über­einander und durcheinander hervorquellenden stöhnend knarrenden möbeln meine kaufabsichten.

„keine problem. zahlst du 70 euro. kannst du mitnehmen“, antwortet ein durchschnittlich hübscher herr mit bomberjacke.

„oh, 70 euro ist aber ganz schön viel.“

„für so eine tisch ist billig.“ ……

hier klicken, um die ganze geschichte zu lesen



isabella vogel
gefunden im poetenladen




 

m. 04.05.2009, 11.18 | (0/0) Kommentare | TB | PL

ein grosser weisser elefant.



bild: marianne rieter





ein indischer mythos sagt: 'brahma, der schöpfer, beschwor acht himmlische elefanten herauf, die er den vier welt-enden und den dazwischenliegenden punkten zuwies, damit sie zu den trägern des oberen firmaments würden.'

william james, ein britischer psychologe, fragte einen indischen weisen dazu: 'wenn ich es recht verstehe, glaubt ihr volk, dass das universum von grossen weissen elefanten getragen wird?'
'so ist es in der tat', antwortete der weise.
'gut, gut', fuhr james fort. 'aber sagen sie mir, was ist denn unter den grossen weissen elefanten?'
'jedenfalls ein weiterer grosser weisser elefant', sagte der weise ohne zu zögern.
'und was ist unter diesem grossen weissen elefant?'
'nun, wieder ein grosser weisser elefant.'
'und unter diesem grossen...' wollte james hastig fragen, aber da unterbrach ihn der weise sanft.
'dr. james, dr. james, bevor sie weiterfragen, muss ich ihnen etwas sagen. es sind lauter grosse weisse elefanten, bis ganz unten.'



sheldon kopp
[aus: psychotherapie mit dem tarot
gefunden bei hajo banzhaf: das tarot-handbuch]


m. 28.04.2009, 08.48 | (1/1) Kommentare (RSS) | TB | PL

ungemein lebendig.





doch immer, wenn er bitter zu werden drohe und nicht mehr weiter grübeln wolle, halte er einfach den atem an; was natürlich nur eine weile lang gutgehen könne, da er ja gezwungen sei, wieder weiter zu denken, wenn er nicht auf der stelle ersticken wolle. nach solchen verschnaufpausen türmten sich in seinem kopf und zu seinem eigenen erstaunen oft wie von selber lauter ungebräuchliche wörter aufeinander. wie rinnsal, tobsucht, fersengeld etwa. oder es bildeten sich, gleichsam reanimierend, neue wortpaare heraus:

das geliebte und das ungelebte.
das lächerliche und das lötige.
das traurige und das vertraute.
das vergessene und das gegessene.
das verziehene und das verzagte.
das gesagte und das verzagte:
ich denke, also bin ich. vielleicht aber hätten seine philosophielehrer am seminar doch etwas anderes gemeint mit ihrem vielfach zitierten satz. so oder so, er jedenfalls fühle sich nach seinen kleinen wort- und denkeskapaden meist wieder ungemein lebendig.



klaus merz
[aus: der argentinier - haymon]



m. 16.04.2009, 08.30 | (1/1) Kommentare (RSS) | TB | PL

und wo endet der raum?








als das kind kind war,
war das die zeit der folgenden fragen:
warum bin ich ich und warum nicht du?
warum bin ich hier und warum nicht dort?
wann beginnt die zeit und wo endet der raum?
ist das leben unter der sonne nicht bloss ein traum?



aus wim wenders: der himmel über berlin



 

m. 11.01.2009, 12.32 | (0/0) Kommentare | TB | PL



kommentare.
eva:
so viel ... ja.wunderbares gedicht, danke!
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Quer:
Oh ja, immer wieder gilt es, aus dem Nichts z
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marianne:
so wahr!
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eva:
das wäre mal eine abwechslung, indeed ... "se
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Gerhard:
Hallo Marianne, einmal ein Liebesgedicht ganz
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