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Blogeinträge (themensortiert)
Thema: erzähltes.
fünfundzwanzig häuser.
«protocol, sagt mein bruder. bis wir durchs ganze dorf sind, haben wir fünfundzwanzig häuser gezählt, acht heustalls, eine autogarascha, eine töffgarascha, den bahnhof mit der poscht, zwei brunnen mit jahreszahl, die halla und die buda vom tat, eine telefoncabina, den kiosk der mena und vier abfallconteiners. als wir angelangt sind am anderen dorfrand, gehen wir nochmals durchs dorf und zählen die leute, die im dorf wohnen. nicht zählen dürfen wir die marionna vom dorfladen, die nicht im dorf wohnt, und auch nicht den tonimaissen, der am bahnhofschalter steht, aber auch nicht im dorf wohnt. es hat einundvierzig oder zweiundvierzig einwohner. wir wissen nicht, ob der tini blutt ein mensch ist oder zwei. das müssen wir noch heraus- finden.«
arno camenisch
[aus: hinter dem bahnhof – engeler – erscheint am 27. juli 2010]
m. 30.06.2010, 08.58 | (0/0) Kommentare | TB | PL
zwei hälften.
lesenswert:
iris radisch in der ZEIT ONLINE über
brigitta eisenreich – die geliebte des dichters.
m. 30.04.2010, 22.23 | (1/0) Kommentare (RSS) | TB | PL
geschichten.
ein porträt von peter k. wehrli aus dem jahr 2001 über den
schweizer schriftsteller peter bichsel, der diesen monat seinen
75. geburtstag feierte.
gefunden bei artisanne
m. 31.03.2010, 09.33 | (0/0) Kommentare | TB | PL
whoop!
"i don't know what to do!", cried scrooge, laughing and crying in the same breath; and making a perfect laocoön of himself with his stockings. "i am as light as a feather, i am as happy as an angel, i am as merry as a schoolboy. i am as giddy as a drunken man. a merry christmas to everybody! a happy new year to all the world. hallo here! whoop! hallo!"
charles dickens
[aus: a christmas carol]
hier klicken zum weiterlesen oder zuhören; und hier ist das handschriftliche original manuskript von 1843 zu finden
m. 23.12.2009, 07.42 | (0/0) Kommentare | TB | PL
wie flüchtig.
trotz der drückenden wärme dieser tage bin ich viel draussen. ich weiss nur allzugut, wie flüchtig diese schönheit ist, wie schnell sie abschied nimmt, wie plötzlich ihre süsse reife sich zu tod und welke wandeln kann. und ich bin so geizig, so habgierig dieser spätsommerschönheit gegenüber! ich möchte nicht nur alles sehen, alles fühlen, alles riechen und schmecken, was diese sommerfülle meinen sinnen zu schmecken anbietet; ich möchte es rastlos und von plötzlicher besitzlust ergriffen auch aufbewahren und mit in den winter, die kommenden jahre und tage des alters nehmen. ich bin sonst nicht eben eifrig im besitzen, ich trenne mich leicht und gebe leicht weg. aber jetzt plagt mich ein eifer des festhaltenwollens, über den ich zuweilen selber lächeln muss. im garten auf der terrasse, am türmchen unter der wetterfahne, setze ich mich tag für tag stundenlang fest, plötzlich unheimlich fleissig geworden und mit bleistift und feder, mit pinsel und farben versuche ich dies und jenes von dem blühenden und schwindenden reichtum beiseite zu bringen. ich zeichne mühsam die morgendlichen schatten auf der gartentreppe nach und die windungen der dicken glyzinienschlangen und versuche, die fernen, gläsernen farben der abendberge nachzuahmen, die so dünn wie ein hauch und doch so strahlend wie juwelen sind. müde komme ich dann nach hause, sehr müde, und wenn ich am abend meine blätter in die mappe lege, macht es mich beinah traurig zu sehen, wie wenig von allem ich mir notieren und aufbewahren konnte.
hermann hesse
gefunden bei artisanne
m. 01.09.2009, 08.59 | (1/0) Kommentare (RSS) | TB | PL
genial.
fotos: marianne rieter
"SILO 8 ist ein ziemlich herunter gekommenes altersheim der nahen zukunft, das ein sonderangebot gegen alterfrust feil hält: beim eintritt in dieses etablissement müssen die eigenen erinnerungen abgegeben werden, damit der lebensabend in vollen zügen genossen werden kann. so jedenfalls lautet das versprechen.
doch natürlich ist das ausgeklügelte system so porös wie die wände des wohnsilos. denn der angeborene wissensdrang des menschen lässt sich nicht einfach ausradieren. und ein dasein im engen radius des SILO 8 unter strenger bewachung vom dubiosen dr. wolf und seiner assistentin jessica ist nichts für die abenteuerlustigen heimbewohner danilo, wädi, ida, rüdiger, alfredo und aurora. also machen sich die wackeren senioren auf die suche nach dem leben hinter den SILO-mauern... bis sie schliesslich abheben...
das neue stück von karl's kühne gassenschau handelt von der macht der erinnerungen und der kraft der fantasie, vom kampf um die eigene identität und vom älterwerden.
wo die zunehmende überalterung unserer gesellschaft probleme aufwirft, bietet SILO 8 die lösung für einen sorgenfreien lebensabend: das löschen jeder erinnerung an die eigene vergangenheit. denn wer nicht weiss, dass er einmal jung, knackig und beliebt war, vermisst das auch nicht. und nicht zuletzt: zufriedene insassen brauchen weniger betreuung und sparen kosten. doch was bleibt einem im alter von der eigenen persönlichkeit übrig, wenn all die vielen bilder und gedanken von früher plötzlich gelöscht werden?
ein aktuelles und brisantes thema, das von karl's kühne gassenschau unterhaltend, poetisch und mit atemberaubenden bildern in szene gesetzt wird, so dass auch in diesem jahr das publikum gebannt staunen wird, wenn schiffe fliegen und rollstühle rasen, wenn erinnerungen greifbar werden und träume explodieren."
text aus der homepage von SILO 8
weitere infos zu karl's kühne gassenschau: SILO 8
m. 23.08.2009, 14.36 | (2/2) Kommentare (RSS) | TB | PL
die goldfisch im vogelhaus.
das aquarium
weil wir grad vom aquarium redn, ich hab nämlich früher nicht im frühjahr - früher in der sendlinger strasse g'wohnt, nicht in dersendlinger strasse, das wär ja lächerbar, in der sendlinger strasse könnt man ja gar nicht wohnen, weil immer die strassenbahn durchfährt, in den häusern hab ich gwohnt in der sendlinger strasse. nicht in allen häusern, in einem davon, in dem, das zwischen den andern so drin steckt, ich weiss net, ob sie das haus kennen. und da wohn ich, aber nicht im ganzen haus, sondern nur im ersten stock, der ist unterm zweiten stock und ober dem parterre, so zwischen drin, und da geht in den zweiten stock eine stiege nauf, die geht schon wieder runter auch, die stiege geht nicht nauf, wir gehn auf die stiege nauf, man sagt halt so. und da hab ich, in dem wohnzimmer, wo ich schlaf, ich hab ein extra wohnzimmer, wo ich schlaf, und im schlafzimmer wohn ich und im wohnzimmer hab ich zu meinem privatvergnügen ein aquarium, das steht so im eck drin, das passt auch wunderschön in das eck hinein.
ich hätt ja so ein rundes aquarium auch haben können, dann wär das eck halt nicht ausgefüllt. das ganze aquarium ist nicht grösser als so (zeigend), sagn wir, das sind die zwei glaswände - das sind meine hände, ich erklärs ihnen nur, dass sies besser verstehn - und das sind auch zwei wände und unten is der boden, ders wasser haltet, damits wasser nicht unten wieder durchläuft, wenn man oben eines hineinschüttet. Wenn der boden nicht wär, da dürfen sie oben zehn, zwanzig, dreissig liter neinschütten, das tät alles wieder unten durchrinnen. bei einem vogelhaus ist das ganz etwas anderes.
bei einem vogelhaus sind die wände auch so ähnlich wie bei einem aquarium, nur sind die beim vogelhaus nicht aus glas, sondern aus draht. das wär natürlich ein grosser unsinn, wenn das bei einem aquarium auch so wär, weil dann das aquarium `s wasser nicht halten könnt, da rinnets wasser immer neben dem draht heraus. drum is eben alles von der natur so wunder bar eingrichtet. ja, und ich hab eben in dem aquarium goldfisch drin, und im vogelhaus hab ich einen vogel; jetzt hat mich neulich einmal die dummheit plagt, hab ich die goldfisch ins vogelhaus und den kanarienvogel ins aquarium getan.
natürlich sind die goldfisch im vogelhaus immer wieder vom stangl runtergrutscht und der kanarienvogel wär mir im aquarium bald ersoffen, dann hab ich wieder die ganze gschicht beim alten lassen und hab den vogel wieder ins vogelhaus und die goldfisch wieder ins aquarium getan, wos hingehören.
jetzt sind die fisch wieder lustig im aquarium umhergeschwommen, zuerst so nüber, dann so nunter, die schwimmen fast jeden tag anders. vorgestern ist mir nun ein malheur passiert, ich hab gesehn, dass die fisch mehr wasser brauchen, und hab einen wassereimer voll nachgfüllt, derweil war das zu viel, jetzt ist das wasser so hoch (zeigend) über das aquarium herausgstandn, das hab ich aber erst den andern tag bemerkt, und ein goldfisch ist über den rand nausgschwommen und ist am boden nuntergfallen, weil wir in dem zimmer, wo das aquarium steht, habn wir unten einen boden, und da ist er dann dortglegn, aber erst, wie ers falln aufgehört hat
jetzt hat aber der fisch am boden kein wasser ghabt, weil wir so ausser im aquarium habn wir weiter kein wasser im zimmer. dann hat meine hausfrau gsagt: "sie werden sehn, der fisch wird am boden drunt kaputt, es ist das beste, sie bringen den fisch um." dass er nicht so lang leiden muss, hab ich mir gedacht, mitn hammer erschlagn? schliesslich haust dich aufn finger, also erschiess ich ihn. dann hab ich mir aber gedacht: schliesslich triffst ihn nicht recht, dann muss er erst recht leiden, da ists schon gscheiter, hab ich gsagt, ich nehm den fisch und trag ihn in die isar und tu ihn ertränken.
karl valentin
m. 15.08.2009, 10.36 | (1/1) Kommentare (RSS) | TB | PL
marianne rieter
fortsetzung folgt
leseheft mit 21 gedichten
ISBN 978-3-94 1296-20-6
im proberaum, klingenberg
eur 6.90 + porto
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